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Wirtschaft

Wien Energie hält an Fernwärme-Rabatten fest und stellt Teilbeträge um

Trotz stark gestiegener Gaspreise entlastet Wien Energie ihre Kundinnen und Kunden in der neuen Heizperiode mit einem Arbeitspreis-Rabatt von 30 Prozent. Gleichzeitig stellt der Versorger die Teilbetragsvorschreibungen auf ein monatliches Modell um.

WienMontag, 12. Oktober 2026, 09:46 UhrVon der Meine-Heimat-24-Redaktion
Bild zur Nachricht: Wien Energie hält an Fernwärme-Rabatten fest und stellt Teilbeträge um
Symbolfoto: Wien · Wikimedia Commons

In der Bundeshauptstadt startet im Oktober die neue Fernwärmeabrechnung. Trotz kräftig gestiegener Beschaffungskosten für Gas gewährt Wien Energie auch für die Heizperiode 2026/2027 einen Rabatt von 30 Prozent auf den Arbeitspreis. Dafür nimmt das Unternehmen rund 70 Millionen Euro in die Hand. Ausgelöst wurde der Preisanstieg durch die Entwicklung auf den Energiemärkten seit Beginn des Irankriegs Anfang 2026. Der Österreichische Gaspreisindex stieg dadurch bis August im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent. Da die Wiener Fernwärme noch zu gut der Hälfte mit Gas betrieben wird, schlagen sich diese Entwicklungen nieder. Für eine durchschnittliche Musterwohnung mit 73 Quadratmetern Wohnfläche und einem Verbrauch von 6.000 Kilowattstunden bedeutet dies eine Steigerung der Gesamtkosten von etwa sechs Prozent oder rund 4,60 Euro pro Monat, wobei die tatsächlichen Beträge vom individuellen Verbrauch abhängen.

Neue Teilbeträge ab Mitte Oktober

Mit dem Start der kommenden Heizperiode ändert sich zudem der Modus für die Teilbetragsvorschreibungen. Bisher zahlten Kundinnen und Kunden sechs zweimonatliche Teilbeträge pro Abrechnungsperiode. Künftig stellt Wien Energie auf zehn gleiche monatliche Teilbeträge um, wodurch die Kosten auf übersichtlichere Raten verteilt werden sollen. Diese Änderung läuft automatisch ab. Die neuen Vorschreibungen werden ab Mitte Oktober gemeinsam mit der Jahresabrechnung für die abgelaufene Heizperiode verschickt.

Zur Abfederung der Energiepreiskrisen der vergangenen Jahre hat Wien Energie zwischen 2022 und 2026 Entlastungspakete im Gesamtwert von mehr als 770 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Für Menschen in finanziellen Notlagen wurden zudem 22 Millionen Euro für Energiegutscheine bereitgestellt, die über soziale Einrichtungen wie die Caritas, das Rote Kreuz, die Volkshilfe, das Wiener Hilfswerk und Licht ins Dunkel an Betroffene ausgegeben werden. Für die kommenden Jahre steht daraus noch ein Kontingent von zehn Millionen Euro zur Verfügung.

Langfristiger Umstieg auf erneuerbare Wärme

Das Wiener Fernwärmenetz, das in den 1960er-Jahren begonnen wurde, versorgt mittlerweile mehr als 480.000 Wohnungen mit Heizung und Warmwasser. Neben der Müllverbrennung und gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wird der Anteil erneuerbarer Quellen schrittweise erhöht. Bis zum Jahr 2040 soll der Fernwärmeanteil am Gesamtwärmebedarf der Stadt von gut 40 auf 56 Prozent steigen. Das größte Potenzial sehen die Verantwortlichen in der Tiefengeothermie. Gemeinsam mit der OMV entsteht derzeit in der Seestadt Aspern die erste Anlage dieser Art, die ab 2029 rund 25.000 Haushalte mit regionaler Wärme versorgen soll. Bis 2040 sind bis zu sieben Geothermie-Anlagen für rund 200.000 Haushalte geplant.

Auch Großwärmepumpen spielen eine zentrale Rolle in der Strategie. Anlagen an Standorten wie der Spittelau, beim Kraftwerk Simmering und bei der Kläranlage ebswien decken zusammengenommen den Bedarf von rund 100.000 Haushalten ab. Insgesamt investiert Wien Energie in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme sowie weitere 1,7 Milliarden Euro in Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. Damit soll die Abhängigkeit von fossilen Importen und internationalen Preisschwankungen verringert werden. Im direkten Vergleich zu gasbeheizten Wohnungen weist die Fernwärme laut Wien Energie zudem Kostenvorteile auf, da Ausgaben für Thermenwartungen und Betriebskosten wegfallen.

Quelle: Stadt Wien

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