Zwei neue Straßennamen im Eigenheimquartier Winterthur
Zwei bisher namenlose Querstraßen im Eigenheimquartier erhalten die Namen Franz-Scheibler-Weg und Adolf-Kellermüller-Weg. Die feierliche Enthüllung findet am Freitag, 25. September, im Beisein der Stadträtin und Nachfahren der Architekten statt.
Nach dem Ersten Weltkrieg war Winterthur von einer schweren Wirtschaftskrise, Wohnungsnot und hoher Arbeitslosigkeit geprägt. Die Stadt reagierte, indem sie Holzbaracken als Notunterkünfte errichtete und mehrere Dutzend Familien in Turnhallen, Schulhäusern und Kasernen unterbrachte.
Im Zuge der Selbsthilfe-Kolonie entstand zwischen 1925 und 1928 das Eigenheimquartier, in dem 118 Wohneinheiten gebaut wurden. Die zukünftigen Bewohner:innen leisteten zehn Prozent der Bausumme durch rund 900 Arbeitsstunden, wodurch ein Eigenheim ohne Anzahlung möglich wurde; die Rückzahlungen entsprachen etwa einem Viertel eines Handwerker-Jahreslohns.
Projekt Eigenheimquartier
Unter der Leitung der Winterthurer Architekten Franz Scheibler und Adolf Kellermüller wurde das Bauvorhaben nahe des Schwimmbads Geiselweid realisiert. Die Straßennamen des Quartiers – etwa Maurerweg, Schreinerweg und Glaserweg – erinnern an die handwerklichen Tätigkeiten der Bauherren.
Neue Straßennamen
Die bislang namenlosen Querstraßen zwischen Eigenheim- und Schwimmbadweg erhalten nun die Bezeichnungen Franz-Scheibler-Weg und Adolf-Kellermüller-Weg. Beide Architekten prägten das Bauwesen in Winterthur von den 1920er-Jahren bis in die 1960er-Jahre. Zu Scheiblers Werken zählen die Holzhaussiedlung an der Weststrasse, das Milchverbandsgebäude beim Bahnhof, das Gartenhotel, das Verwaltungsgebäude des städtischen Elektrizitätswerks an der Unteren Vogelsangstrasse und das Schulhaus Schönengrund. Kellermüller entwarf die Siedlung Stadtrain, das (heute abgerissene) Volkshaus, die Gewerbeschule an der Tösstalstrasse und das Wohlfahrtshaus von Rieter in Töss.
Die offizielle Benennung wird am Freitagabend, 25. September, bei einem kleinen Festakt enthüllt. Anwesend sind Stadträtin Christa Meier, Vorsteherin des Departements Bau und Mobilität, sowie Nachfahren der geehrten Architekten.
Der Akt fällt in das im Jahr 2026 gefeierte 100-Jahre-Jubiläum des Eigenheimquartiers. Bis Ende des Jahres werden vier Informationstafeln im Quartier, beginnend am Eigenheimweg 1, weitere Details zur Geschichte der Selbsthilfe-Kolonie bereitstellen.
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