Steirische Landesregierung legt Budgetentwurf 2027 mit geringerem Defizit vor
Mit Einnahmen von 8,860 Milliarden und Ausgaben von 9,454 Milliarden Euro plant die steirische Landesregierung den Haushalt für das kommende Jahr. Der Finanzierungssaldo verbessert sich um 240 Millionen Euro.

Konsolidierungskurs und Kennzahlen des Haushalts
Die Steiermärkische Landesregierung hat im Rittersaal des Grazer Landhauses den Entwurf für den Landeshaushalt 2027 vorgestellt. Der Entwurf sieht Einnahmen in der Höhe von 8,860 Milliarden Euro vor, dem stehen Ausgaben von 9,454 Milliarden Euro gegenüber. Daraus errechnet sich ein Finanzierungssaldo von minus 594 Millionen Euro. Verglichen mit dem Budget 2026 bedeutet dies eine Verbesserung des Saldos um 240 Millionen Euro. Zudem gibt das Land an, Kostensteigerungen in Höhe von 280 Millionen Euro verhindert zu haben.
Nach dem Beschluss in der Regierungssitzung wird das Zahlenwerk nun dem Landtag Steiermark zugeleitet. Für den 20. Oktober 2026 ist die Budgetrede des Finanzlandesrates im Landtag geplant. Am 1. Dezember folgen die Beratungen in den Ausschüssen, bevor das Budget am 16. Dezember offiziell vom Landtag beschlossen werden soll.
Einsparungen in der Verwaltung und steuerliche Maßnahmen
Um den eingeschlagenen Weg der Budgetkonsolidierung fortzuführen, setzt die Koalition auf interne Reformen. Im Jahr 2027 sollen weitere 150 Stellen in der Landesverwaltung unbesetzt bleiben. Auch die Politik selbst leistet einen Beitrag und verordnet sich eine erneute Nulllohnrunde sowie Personalabbau in den Regierungsbüros. Weiters ist geplant, die Nächtigungsabgabe an das Niveau anderer Bundesländer anzugleichen. Langfristig soll zudem die Entlastung der Bevölkerung von der ORF-Landesabgabe in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.
Schwerpunkte in Wirtschaft, Wissenschaft und Soziales
Trotz des Sparkurses fließen gezielte Mittel in ausgewählte Bereiche. Da der Bund im Wissenschaftsbereich die Mittel kürzt, stockt das Land den steirischen Wissenschaftsfonds auf. Gefördert werden zudem die Transformation der Automobilindustrie, Kompetenzzentren und das Forschungszentrum Silicon Austria Labs sowie Qualifizierungsmaßnahmen in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Im Sozialbereich führen geringere Ansätze in der Sozialunterstützung (minus 7,56 Millionen Euro) und der Grundversorgung (minus zehn Millionen Euro) zu Umschichtungen. Diese frei werdenden Mittel fließen in das Behindertenwesen sowie in die Kinder- und Jugendhilfe für Valorisierungen und Mehrbedarfe, während Wohnunterstützung, Heizkostenzuschuss und Gewaltschutz beibehalten werden.
Infrastruktur, Bildung und regionale Versorgung
Im Bildungssektor sind keine wesentlichen Einsparungen vorgesehen. Für das kommende Jahr befinden sich 40 neue Krippengruppen und 20 zusätzliche Kindergartengruppen in der Planung, während im Förderwesen Doppelgleisigkeiten abgebaut werden. Das Verkehrsbudget erfährt eine Aufstockung um rund 10 Millionen Euro auf 319,39 Millionen Euro. Damit will das Land Straßenbauprojekte wie die B 70 neu und die B 68 neu, den Anschluss der B 320 an Gröbming Ost sowie die gemeinsame Ausschreibung von Elektrozügen für die Elektrifizierung der Murtalbahn finanzieren.
Das Gesamtbudget für Technik und Kontrolle, ländlichen Wegebau, Verkehr und Landeshochbau steigt um 9,6 Millionen Euro auf 334,28 Millionen Euro. Im Gesundheitswesen stehen Investitionen in medizinische Zentren, die Pflege und die neue Psychiatrie in Bruck an der Mur an. In der Land- und Forstwirtschaft werden nach den Extremwetterereignissen unter anderem die Mittel für die Risikoversicherung sowie für den Hochwasserschutz und die Klimawandelanpassung aufgestockt.
Quelle: Land Steiermark
Ihre Werbung könnte hier stehen
Lokal sichtbar auf genau dieser Seite – fair bepreist, ohne Streuverlust.
Mehr entdecken in Graz
Nachrichten, Termine, Angebote und mehr – alles aus Graz und Umgebung.